<<<

Die Geschäftsführerin
Andrea Schrägle

Leitet RATHGEBER gemeinsam mit ihrem Mann Andreas. Ihr Ziel: Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Personalleiterin
Barbara Burkon

Personal-Management hat Barbara Burkon von der Pieke auf gelernt. Jetzt will sie RATHGEBER als Arbeitgeber noch besser präsentieren.

Interview

"Mehr gestalten als verwalten"

Barbara Burkon ist Personalleiterin der RATHGEBER-Gruppe. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Andrea Schrägle kümmert sie sich im Team mit den Personalreferenten an den Standorten um das größte Kapital des Unternehmens: gute und motivierte Mitarbeiter.

Frau Schrägle, das Personal war bislang immer Ihr Beritt.
Andrea Schrägle: Ja, aber das hat irgendwann nicht mehr unseren Ansprüchen genügt. Ich verantworte die unterschiedlichsten Bereiche und arbeite dabei noch in Teilzeit. Dabei wächst das Unternehmen. Zwar langsam und gesund, aber es werden kontinuierlich mehr Mitarbeiter. Deshalb war es klar, dass wir uns anders aufstellen mussten. Wir wollten unbedingt jemanden vom Fach, der die nötige Kompetenz mitbringt und das zu hundert Prozent macht.

Frau Burkon, Sie sind schon lange im Personalgeschäft, waren zuletzt für gut 900 Kollegen zuständig und hatten ein wesentlich größeres Team zu führen. RATHGEBER ist da eine ganze Nummer kleiner.
Barbara Burkon: Ja, aber nicht weniger attraktiv. Bei mir war es letztlich so wie bei vielen Kollegen, die gerne zu RATHGEBER kommen. Ich fand die Aufgabe sehr reizvoll und interessant, die Firma und was hier gemacht wird ebenfalls. Und dann kam das persönliche Gespräch. Da habe ich gemerkt, dass Arbeitsatmosphäre, Arbeitskultur und das Betriebsklima hier einfach stimmen.

Also Liebe auf den ersten Blick?
Barbara Burkon: Ich habe mich zumindest gleich wohlgefühlt. Das Paket stimmt einfach: Wenn man nach Oberhaching kommt, sieht man zuerst die angenehmen Büroräume. Es ist hell, die Räume sind super ausgestattet. Ich kam hier rein und habe gemerkt, dass eben nichts verkrustet ist, sondern modern, super authentisch, angenehm. Und als Bewerber diese Atmosphäre zu spüren, das hat dann bei mir den Ausschlag gegeben.

Diese Erfahrung dürfte Ihren Job ein wenig einfacher machen.
Barbara Burkon: Sicher. Ich denke auch, dass es nicht unser Problem ist, gute Mitarbeiter im Gespräch von uns zu überzeugen. Schwieriger ist es, an die geeigneten Bewerber heranzukommen. Wir stehen jetzt vor der Aufgabe, RATHGEBER als Arbeitgeber stärker nach außen darzustellen. Soweit sind wir noch nicht.

Andrea Schrägle: Ja, das wird ein nächster wichtiger Schritt. Eines war schon immer klar: Wenn wir die Bewerber, die zu uns passen, im Haus haben, dann sind wir fast schon auf der sicheren Seite. Es geht dabei ja nicht nur um neue Büros, moderne Produktionsabläufe und das sehr gute technische Equipment. Das ist natürlich schön. Viel wichtiger ist aber das Gespräch mit den zukünftigen Kollegen, das Klima. Das funktioniert in der Regel gut.

Überhaupt macht es den Eindruck, als sei Ihnen der persönliche Umgang besonders wichtig.
Andrea Schrägle: Das ist bei uns sicher anders als bei anderen Firmen. Mein Mann und ich achten beide darauf, dass wir für die Mitarbeiter greifbar sind. Das ist ein Familienunternehmen. Wir sind authentisch und geben uns so, wie wir eben sind.

Barbara Burkon: Das macht es ja gerade aus. Sehen Sie, die Welt ist heute so transparent. Die Bewerber bekommen sehr schnell mit, was in einem Unternehmen läuft, wie das Klima ist. Sie können noch so viele Hochglanz-Imagebroschüren machen, das verpufft. Das Authentische ist es, was die Menschen wollen.

Das Authentische ist aber nicht nur für neue Kollegen wichtig.
Andrea Schrägle: Nein, das gilt für alle. Natürlich steht der Kunde im Mittelpunkt. Unsere Mitarbeiter aber auch. Und das ist es, was ich unter einem Familienunternehmen verstehe.

Entspanntes Gespräch: Arbeits-Frühstück im Biergarten der legendären Kugler Alm.

"Der Arbeitsmarkt wird immer enger, da brauchen wir die gut ausgebildeten Frauen dringend. Also müssen wir dafür sorgen, dass Familie und Beruf noch besser vereinbar werden."

Erfolg im Team

Gutes Personal für gute Produkte. Das Credo von Andrea Schrägle und Barbara Burkon: "Der Kunde ist wichtig. Die Mitarbeiter auch". 

Was bedeutet das für die Personalleiterin?
Barbara Burkon: Ich kann und will nicht einfach in der Chefetage "herumschweben". Ich habe von Anfang an mit allen Teams in Oberhaching das Gespräch gesucht. Auch, weil ich wissen will, was die Mitarbeiter bewegt. Nur so kann ich meine Arbeit auch wirklich gut machen. Bei RATHGEBER ist das eine Position, bei der man sich kümmert. Ich kann hier viel eher die Dinge gestalten, als dass ich bloß Personal verwalte.

Ein weiterer Vorteil eines Familienunternehmens?
Andrea Schrägle: Auf jeden Fall. Geld verdienen müssen wir auch. Es gibt aber keinen Aktienkurs und keine Renditeziele, auf die wir und andere ständig schauen. Das war nie unser Ansatz. Wir sind Gott sei Dank unabhängig. So können wir unsere eigenen zeitlichen Horizonte setzen.

Trotzdem, die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist hart.
Barbara Burkon: Klar. Gerade im Großraum München, aber auch an unserem Standort Mindelheim im Allgäu gibt es größere Unternehmen, die teilweise besser zahlen als wir. Unsere Mitarbeiter verdienen gut, keine Frage. Aber wir werden nie direkt mit diesen Gehältern konkurrieren können. Bei uns bekommen die Mitarbeiter etwas anderes, dazu gehört sicher eine gute Arbeitskultur und sie sind nicht nur eine Personalnummer.

Andrea Schrägle: Wer explosionsartiges Wachstum erleben möchte, der ist bei uns falsch. Wir müssen die Mitarbeiter finden, denen diese Atmosphäre, das Familiäre und Nahe etwas wert ist. Dafür ist bei uns der Arbeitsplatz auch nicht vom Aktienkurs abhängig.

Das scheint auch gerade bei jüngeren Bewerbern wieder wichtiger zu sein. Die oft zitierte Generation Y – gibt es die?
Barbara Burkon: Es gibt unter den jüngeren Kollegen sicher die Tendenz zur Sinnsuche. Arbeit soll auch Spaß machen. Werte werden wichtiger als Status und Prestige, aber wir können und werden nicht alle Mitarbeiter über einen Kamm scheren.

Andrea Schrägle: "Weiche Faktoren" werden immer wichtiger. Dazu zähle ich unter anderem das Arbeitsklima, abwechslungsreiche Arbeitsinhalte, nette Kollegen, Teamarbeit und Sicherheit. Wir feiern tolle Betriebsfeste – bei der Weihnachtsfeier immer die beiden deutschen Standorte zusammen. Das alles kann man nicht in Zahlen ausdrücken, aber das macht uns als Familienunternehmen aus.

Die berühmte Work-Life-Balance muss passen?
Andrea Schrägle: Genau. Das ist was, worauf wir immer achten. Die Kunst ist es, Job und Privatleben gut unter einen Hut zu bringen und das ist in der RATHGEBER-Gruppe möglich.

Wie wichtig ist das Umwelt-Engagement von RATHGEBER?
Andrea Schrägle: Die RATHGEBER-Gruppe ist komplett klimaneutral gestellt und wir arbeiten ständig an der Verbesserung unseres CO2-Fußabdrucks. Speziell bei jüngeren Bewerbern ist das ein echter Trumpf. Mein Mann und ich sind persönlich von unserem Engagement in Sachen Klimaschutz überzeugt.

RATHGEBER ist ein sehr vielfältiges Unternehmen – sowohl von den Produkten her, als auch von den Kunden und Mitarbeitern. Wie geht man damit um?
Barbara Burkon: Vielfalt – oder Diversity – ist ein wichtiges Thema. Für mich und für die Firma ist es aber eher eine Selbstverständlichkeit als eine Aufgabe. Wir suchen Menschen, die sich von ihrem Können und ihrer Ausbildung her genau für die jeweiligen Positionen eignen. Im Anschluss schauen wir aber auch sehr genau, ob sie persönlich und menschlich in unser RATHGEBER-Team passen. Wenn das der Fall ist, sind Hintergrund, Geschlecht oder Herkunft vollkommen egal. 
Auch das Alter ist zweitrangig. Ich habe schon Menschen eingestellt, die ihren 60. Geburtstag hinter sich hatten und dann begeistert bis zur Rente gearbeitet haben. So ist Vielfalt eine echte Chance.

In all den Jahren sind auch immer mehr Frauen ins Unternehmen gekommen.
Andrea Schrägle: Ja, das ist eine kontinuierliche Entwicklung. Der Vertrieb war früher eine reine Männerdomäne. Heute steht es da etwa 50:50. Im eher technischen Produktmanagement sind die Frauen mittlerweile sogar in der Überzahl. Dieser Entwicklung lag kein spezieller Plan zugrunde.

Barbara Burkon: Das gilt ja im Übrigen auch für die Führungspositionen bei RATHGEBER. Hier profitieren wir klar von den weichen Faktoren, über die wir vorhin gesprochen haben. Bei uns ist es möglich, Arbeit und Familie gut unter einen Hut zu bringen. Entsprechend finden wir hochqualifizierte Frauen, die gerne bei uns arbeiten. 

Oft scheinen Männer bei Bewerbungen noch im Vorteil zu sein, zumindest selbstbewusster.
Barbara Burkon: Das ist ja nicht unbedingt ein Vorteil. Wir haben zuletzt mehr Frauen eingestellt. Das war gar nicht geplant. Aber es ist so: Männer bewerben sich, wenn die Stelle zu 60 oder zu 70 Prozent ihren Fähigkeiten entspricht. Bei vielen Frauen müssen es schon hundert Prozent sein, bevor sie sich bewerben. Da tun sich Frauen im ersten Schritt sicherlich schwerer. Im Auswahlverfahren aber sind dann die weiblichen Bewerber, auf die das Profil ganz genau passt, oft überlegen.

Andrea Schrägle: Dabei achten wir aber trotzdem soweit möglich auf gemischte Teams.

Nur junge Frauen einzustellen gilt häufig noch als Risiko …
Andrea Schrägle: Wieso, weil man Sorge hat, dass zu viele auf einmal schwanger werden? Das ist sicher eine Herausforderung. Die kann man aber meistern. Sie müssen ein familienfreundliches Umfeld schaffen und den jungen Kolleginnen mit kleinen Kindern Freiräume geben. Dann wird das zur Chance. Und auf der anderen Seite ist es doch ein Trugschluss zu glauben, dass junge Männer mit Mitte 20 ein Leben lang treu ergeben an der Firma hängen. Die orientieren sich auch und können von heute auf morgen weg sein.

Barbara Burkon: Das können wir uns doch heute gar nicht mehr leisten. Der Arbeitsmarkt wird immer enger, da brauchen wir die gut ausgebildeten Frauen dringend. Also müssen wir dafür sorgen, dass Familie und Beruf noch besser vereinbar werden. Das funktioniert über flexible Arbeitszeiten oder auch über Teilzeitmodelle.

Hilft Vielfalt dabei, Wissen in der Firma zu bewahren?
Andrea Schrägle: Viel wichtiger – Vielfalt schafft neues Wissen. Nehmen Sie unsere Abteilung Forschung und Entwicklung. Herr Schütz, der dort arbeitet, ist bald 30 Jahre bei uns, der hat eine immense Erfahrung und unheimlich viel gelernt. Sein Kollege Herr Waldinger kommt ganz frisch von der Hochschule und ist auf dem neuesten Stand der Lehre. Die beiden ergänzen sich sehr gut, gehen von ganz unterschiedlichen Seiten gemeinsam an ein Problem und finden sehr gute Lösungen.

Barbara Burkon: Das ist ein Punkt, an dem wieder die Personalabteilung ins Spiel kommt, Stichwort "Cultural Fit". Natürlich brauchen wir Akademiker. Genauso brauchen wir aber unbedingt auch gut ausgebildete Mitarbeiter, die z.B. unsere Produktion managen. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Wir suchen Mitarbeiter, die sowohl fachlich als auch sozial denken. Wer meint, er habe die Weisheit mit dem Löffel gefressen, ist hier möglicherweise falsch. Wir wollen Mitarbeiter mit guter Sozialkompetenz, die das Miteinander schätzen und denen Statusdenken nicht so wichtig ist, sondern der gemeinsame Erfolg. Das Gute ist, dass genau das ja auch von den Inhabern vorgelebt wird.