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Alles im Griff

IT-Chef Helmut Rößle hat vor 35 Jahren die letzten Schreibmaschinen in Rente geschickt.

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Folge 4 – Technik im Zeitalter der Information

Den entscheidenden Schritt in seinem Leben machte Helmut Rößle im Oktober 1980. Damals kam der gebürtige Allgäuer nach München. Zuvor hatte Rößle die Realschule abgeschlossen, in seinen vier Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr eine Lehre zum Bürokaufmann absolviert – und dort auch sein Faible für komplexe Zusammenhänge entdeckt. In München sollte nun ein IT-Seminar das Wissen vertiefen. Dass er damit die Weichen für sein ganzes Leben stellen würde, war nicht abzusehen: In diesem Kurs lernte er zum einen seine Frau kennen, mit der er seit mittlerweile 28 Jahren verheiratet ist. Zum anderen traf er seinen ersten Arbeitgeber; ein Software-Haus, das ihn vom Fleck weg engagierte. Sein erster Kunde im April 1981: RATHGEBER.

Seit 35 Jahren sorgt Rößle nun dafür, dass die Technik bei RATHGEBER läuft. Zuerst war er selbständiger Berater, seit 1998 ist er fest angestellt als Leiter der IT. 35 Jahre, in denen sich die Welt komplett verändert hat. Oder nicht? Rößle winkt ab. Das Umfeld sei heute natürlich ein ganz anderes, das könne man gar nicht vergleichen. Die grundsätzliche Aufgabe sei aber gleich geblieben. Auch heute gehe es darum, dass Buchungen durchgeführt und Rechnungen erzeugt werden, dass die Kollegen kommunizieren können. Wobei heute vieles deutlich weniger aufwändig sei, sagt er: "Unsere ersten Rechner hatten eine Plattenkapazität von 5 MB. Da mussten wir die Platten wechseln, während wir fakturiert haben", erinnert sich Rößle.

Vor allem aber sei es bei RATHGEBER schon immer so gewesen, dass sich die Dinge verändern, dass es stetig vorangehe, sagt Rößle: "Es kann immer passieren, dass die Tür aufgeht und der Geschäftsführer mit einer neuen Idee hereinkommt", das habe Tradition. Schon dessen Mutter Christa Schrägle habe "immer voll auf die IT gesetzt". Das galt und gilt immer auch für die RATHGEBER-Standorte in Tschechien und Polen. Vom ersten Tag an wurde dort die moderne EDV des Stammhauses eingeführt. Rößle erinnert sich "Es herrscht immer ein gewisser Druck, sich weiter zu entwickeln. Deshalb sind wir heute auch so weit und so gut aufgestellt".

Und deswegen macht Helmut Rößle die Arbeit bis heute so viel Spaß. Mittlerweile nutzt RATHGEBER die fünfte Hardware-Generation. Und während Rößle zu Zeiten der bernsteinfarbenen Röhrenbildschirme allein verantwortlich war, leitet er jetzt ein Team mit drei Kollegen: einen Programmierer, einen Systemadministrator und seit August 2016 eine Kollegin, die alle Prozesse zwischen IT und Usern steuert. Ein weiterer Programmierer wird gerade gesucht.

Vor allem aber schätzt er die enge Verzahnung mit den Kollegen, das Feedback und den Input aus den anderen Abteilungen. Viele IT-Kollegen in großen Konzernen könnten das so gar nicht erleben, sagt Rößle. "Wir sehen hier immer, wie mit unseren Produkten gearbeitet wird und wie sie funktionieren, das ist schön."