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Drei, die sich verstehen Alexandra Friemert-Zaeem (Mitte) mit ihren Kollegen Sophie von Beerfelde und Sascha Holzwarth.

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Folge 6 – Alexandra Friemert-Zaeem gibt ihren Produkten ein Gesicht

Der Ursprung der RATHGEBER-Gruppe liegt darin, andere sichtbar zu machen, Marken ein Gesicht zu geben und Produkte in Szene zu setzen. Das schaffen die Oberhachinger seit fast 70 Jahren sehr erfolgreich. Doch ausgerechnet diejenigen, die für die Optik vieler Produkte zuständig sind, hört der Besucher, bevor er sie sieht. Fröhliche Stimmen führen eine angeregte Unterhaltung, hin und wieder erklingt helles Lachen aus dem kleinen Büro. Was sich allerdings auf dem Gang noch anhört wie ein entspannter Kaffeeklatsch, ist eine ausgesprochen produktive Art der Kommunikation: Alexandra Friemert-Zaeem und ihre Kollegen Sascha Holzwarth und Sophie von Beerfelde stehen um einen schmalen Besprechungstisch und diskutieren die Entwürfe des Tages.

Die 25-jährige Alexandra Friemert-Zaeem ist die Leiterin der Grafikabteilung bei RATHGEBER in Oberhaching. Von ihren mehr oder weniger gleichaltrigen Kollegen ist sie nicht zu unterscheiden, der Ton ist locker, aber konzentriert: "Es geht darum, dass wir Produkte oder Designs gemeinsam besser machen", erklärt die Grafikerin. Und das gehe eben am besten im Team. Wer stundenlang auf eine Grafik geschaut habe, der könne Kleinigkeiten oft nicht mehr erkennen, erklärt Friemert-Zaeem. Also gehen sie die Entwürfe zu dritt durch, üben Kritik, machen das Produkt besser. Neid oder Missgunst? Fehlanzeige.

Alexandra Friemert-Zaeem aus Poing im Landkreis Ebersberg kam vor acht Jahren nach dem Schulabschluss zur RATHGEBER-Gruppe und begann dort ihre Ausbildung in ihrem Traumberuf. Drei Jahre später wechselte sie als Grafikerin in die Festanstellung. Die Entscheidung, bei RATHGEBER zu bleiben, sei ihr leicht gefallen, sagt sie. Sie habe damals mit Mitschülern und vielen Kollegen gesprochen, sich ein Bild gemacht. Entscheidend war am Ende das "offene, kommunikative Klima, das habe ich woanders so nicht erlebt", erinnert sich Friemert-Zaeem. Ihre Lehrjahre bei RATHGEBER habe sie "als sehr positiv in Erinnerung", sagt sie. Also ist sie gerne geblieben.

Grafik privat

Von Alexandra Friemert stammt der Krug für das Münchner Frühlingsfest 2017.

"Das ganze Unternehmen ist offen für neue Ideen – hier kannst Du mit 23 die Chance bekommen, eine eigene Abteilung zu übernehmen."

Und auch die täglich neuen Herausforderungen reizen die junge Frau. Ein Grafiker kann schließlich nicht einfach auf Knopfdruck von 9 bis 17 Uhr kreativ sein. Kein Problem: Die Grafiker der RATHGEBER-Gruppe müssen sich neben dem Design auch mit vielen komplexen technischen Prozessen befassen. Also klären, ob ein Entwurf auch tatsächlich umgesetzt werden kann. "Bei allem, was wir entwerfen, müssen wir sehr genau sein", erklärt Friemert-Zaeem. Ein bestimmtes Material könne in der Verarbeitung Toleranzen haben, also müssen die Grafiker umso genauer arbeiten. "Wir diskutieren im Zweifel auch um Millimeter-Bruchteile. Es muss einfach alles passen."

Entsprechend eng ist auch der Kontakt zum Produkt-Management und zur Fertigung – immer wieder wird besprochen, was genau gewünscht ist, wie es aussehen muss und wie ein Entwurf umgesetzt werden kann. Nicht wenig Verantwortung für das junge Team. Die wurde für Alexandra Friemert-Zaeem vor Kurzem noch größer: Im Frühjahr 2014 hat sie die Leitung der Abteilung übernommen. Eine Herausforderung, der sie sich gerne gestellt hat. "Das gehört zu den Dingen, die den Job bei RATHGEBER anders machen", erklärt die Grafikerin. "Das ganze Unternehmen ist offen für neue Ideen – und hier kannst du mit 23 die Chance bekommen, eine eigene Abteilung zu übernehmen".

Alexandra Friemert-Zaeem kann übrigens auch in der Freizeit nicht ganz vom Design lassen. Im Frühjahr 2017 gewann sie den Motiv-Wettbewerb zum Münchner Frühlingsfest auf der Theresienwiese. Ihr Entwurf prangte auf den streng limitierten Steingut-Krügen in den großen Festzelten der Münchner Brauereien.