<<<

RFID-Etikett

Auf jeder Ente klebt ein individueller RFID-TAG

RFID-Technologie beim Entenrennen

Ente gut, alles gut!

Modernste Technologie befindet sich nicht nur in Smartphones, Autos und Robotern – sie wird auch in Gummienten verbaut. Beim Entenrennen in Bad Wiessee gehen die Teilnehmer mit RFID-Technologie von smart-TEC an den Start.

Von weit weg sieht der Gummienten-Massenstart aus wie ein gelber Plastikteppich, der auf dem Zeiselbach schwimmt. Wer, wie die 1.600 Besucher des alljährlichen Entenrennens in Bad Wiessee, näher hinsieht, erkennt: da schwimmen gerade 5.000 gelbe Quietscheenten den Bach hinunter Richtung Tegernsee.

Zum fünften Mal veranstaltete der Rotary Club Tegernsee das Entenrennen zugunsten von benachteiligten Kindern und Familien im Landkreis. Gegen eine Spende von fünf Euro gab es für jeden Interessierten eine Rennlizenz. 5.000 Plastikenten kamen so zusammen, die in der Nähe des Tegernsees ins Rennen geschickt wurden.

Neue Technik auf der Rennstrecke

Um für Fairness auf der Enten-Rennstrecke zu sorgen, durften nur Original-Enten des Rotary Clubs antreten. Nur so bestand außerdem am Ende die Möglichkeit, die Siegerenten zu definieren und die Gewinner zu ehren. Früher standen die Veranstalter dabei vor einem Problem: Die QR-Codes, die mit einem Laserstrahl auf die Enten gedruckt wurden und zur Siegerauswertung notwendig waren, sind mit der Zeit wegen der Weichmacher im Plastik verblasst und konnten nicht mehr technisch ausgelesen werden. Stattdessen mussten die Veranstalter die Enten mühsam einzeln per Hand auswerten. Nun hat der Rotary Club gemeinsam mit Galilei Software – einer Software-Firma aus Bad Tölz mit viel Erfahrung im Bereich Tieridentifikation – eine Lösung gefunden: Die RFID-Technologie von smart-TEC und einer weiteren Firma aus dem Umland.

RFID (kurz für: Radio-Frequency-Identification) ermöglicht den kontaktlosen Datenaustausch zwischen einem Chip und einem Schreib- bzw. Lesegerät. Vor dem Tegernseer Entenrennen wurde jede Teilnehmer-Ente mit einem RFID-Etikett beklebt, in dem sich ein solcher RFID-Chip befand. Für den Fall, dass die RFID-Technologie aus irgendeinem Grund nicht funktioniert, wurde als „Back-up“ zusätzlich ein QR-Code auf das RFID-Etikett gedruckt. Die selbstklebenden Etiketten von smart-TEC sind so robust, dass sie auch gegenüber Wasser, extremen Temperaturen und anderen äußeren Einwirkungen beständig sind.

Ententest im Badezimmer

Stephan Hammelbacher von Galilei Software hilft seit Jahren beim Entenrennen mit und sorgt dafür, dass alles reibungslos funktioniert. Er kennt sich aus mit RFID-Technologie und hat deswegen die Aufgabe übernommen, die Entchen mit den richtigen Etiketten auszustatten. Bei seiner Internetrecherche nach einem geeigneten Anbietet ist er auf smart-TEC gestoßen. „Ich habe mir einige Muster zuschicken lassen, sie auf ein paar Gummienten geklebt und dann getestet, ob sie robust genug sind“, erzählt Hammelbacher. Nach dem erfolgreichen Test im eigenen Badezimmer, hat er nachbestellt. 1.500 Etiketten ließ sich Hammelbacher von smart-TEC liefern, die restlichen Enten waren noch vom Vorjahr etikettiert.

„So etwas wie Plastikenten haben wir noch nie mit unserer Technologie ausgestattet“, sagt Heinz Grönniger, Business Development Manager bei smart-TEC. Als er seinem Team von der Anfrage erzählt hat, waren alle sofort begeistert. „Bei so einer schönen Aktion unterstützen zu können und damit auch noch benachteiligten Familien etwas Gutes tun, fanden wir alle toll.“

Jede Ente ein Unikat

Jeder RFID-Transponder verfügt über eine weltweit einmalige Identifikationsnummer, durch die jede gekennzeichnete Ente beim Rennen auf dem Zeiselbach zum Unikat wurde und nach dem Rennen ausgelesen und ihrem Besitzer zugeordnet werden konnte. Die Datenauslesung des RFID-Transponders geschah am Renntag direkt am Zieleinlauf: Sobald sich eine Ente mit einem Transponder im elektromagnetischen Feld eines RFID-Lesegeräts befand, konnte er mit Energie versorgt und die Daten dadurch ausgelesen werden.

Die 300 Teilnehmer, deren Enten am Renntag als erste über die Ziellinie schwammen, durften sich über Gutscheine und Sachpreise freuen. Und durch die Spendeneinnahmen für die Teilnahme am Entenrennen konnten mehr als 23.000 Euro für bedürftige Kinder und Familien gesammelt werden. „Das Rennen war ein voller Erfolg“, freut sich Stephan Hammelbacher.