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Mensch und Maschine

Hightech trifft Können: Drucker wie Thomas Rogg garantieren für perfekte Ergebnisse.

Digitalbelichtung

Ordentlich Druck machen

Mit einem aufwändigen, digitalen Belichtungsverfahren garantiert RATHGEBER im Siebdruck höchste Präzision – umweltfreundlich, schnell und flexibel. Ein Protokoll.

Im Prinzip ist es ein recht einfacher Prozess: Beim Siebdruck wird Druckfarbe mit einer sogenannten Druckrakel durch ein feines Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedrückt. Wo Farbe sein soll, ist das Gewebe offen, dort, wo keine Farbe hin soll, ist es geschlossen. Pro Farbe benötigt der Drucker ein Sieb. So weit, so simpel. Wenn aber allerhöchste Präzision und Qualität verlangt werden, wird aus einem einfachen Prinzip eine hoch komplexe Angelegenheit. Wie bei RATHGEBER. Rund 25.000 Siebe werden in den beiden Fertigungsstandorten Bystrice und Mindelheim pro Jahr belichtet und verwendet. Ungewöhnlich für ein Unternehmen, bei dem der Siebdruck nur ein Teilprozess ist.

Im ersten Schritt werden die Siebe von einer Spezialanlage mit einem UV-sensitiven Polymer beschichtet. Der Raum, in dem das geschieht, ist in gelbes Licht getaucht: Rollos und Schutzfolien am Fenster halten das Sonnenlicht ab. Fabrikneue Siebe müssen vor der Beschichtung komplett entfettet werden. Erst dadurch werden sie verwendbar. Codierte Label auf den Aluminiumrahmen verraten genau, welche Art Sieb eingespannt ist. Hier finden sich Angaben zu Fadendicke und Fadenanzahl pro Inch, zum Material und zur Verwinkelung, also darüber in welchem Winkel die einzelnen Fäden zueinander stehen.

Die beschichteten Siebe trocknen kurz und gehen dann in die Digital-Belichtungs-Station. Die Dateien aus der Grafikabteilung werden in ein Softwaretool geladen, die hochpräzise digitale Belichtungsmaschine ist bereit. Ein Magazin auf der linken Seite des Belichters führt nacheinander bis zu zehn Siebe voll automatisiert ein. Das Präzisionssystem hat eine maximale nominelle Auflösung von 2.400 dpi. So eine hohe Auflösung ist selten, State of the Art. In Bayern gibt es derzeit nur zwei derartige Maschinen und in Tschechien nur die eine von RATHGBER.

Nur der Schein des UV-Lichts verrät es: Hier wird belichtet.
Warten auf den Einsatz: die unterschiedlichsten Siebgrößen und -qualitäten stehen bereit.
Das fertig belichtete Sieb wird auf dem Leuchttisch kontrolliert.
Wie wirkt welcher Druck auf welchem Material? Die Farbtafeln geben Auskunft.

Die digitale Belichtung vereint Präzision und Umweltschutz. Extrem wichtig für die klimaneutrale RATHGEBER-Gruppe.

Scharfe Kanten und knackige Motive

Der optische Kopf im Innern funktioniert ähnlich wie ein Beamer mit einem sogenannten Digital Mirror Device. Dabei werden im Innern des Kopfes kleine Piezospiegel so abgelenkt, dass das UV-Licht ganz exakt an der richtigen Stelle landet. Wo das UV-Licht auftrifft, härtet das Polymer aus. So entsteht volldigital Zeile für Zeile ein latentes Bild in der UV-empfindlichen Schicht.
Im nächsten Schritt werden die nicht belichteten Stellen der Schicht ausgewaschen. Am Ende hält der Drucker ein Sieb in der Hand, auf dem sich helle und transparente farbdurchlässige Bereiche mit grünblauen farbundurchlässigen Bereichen abwechseln.

Anders als bei den meisten anderen Anbietern wird das Spülwasser in einen Kreislauf gepumpt, gefiltert und in der großen Siebreinigungsanlage weiterverwendet. RATHGEBER hat so den Wasserverbrauch im Siebdruck um gute 30 Prozent gesenkt. Ein weiterer positiver Effekt der Digitalbelichtung: Es wird kein Filmmaterial mehr benötigt. Die Belichtung ist nicht nur viel präziser, sie wird dadurch auch deutlich umweltschonender. Extrem wichtig für die klimaneutrale RATHGEBER-Gruppe.

Nachdem das belichtete Sieb getrocknet ist, folgt die Kontrolle auf dem Leuchttisch. Manchmal kann es minimale Fehler geben – etwa durch ein Staubkorn. Das kann hier noch korrigiert werden. Sollte das Sieb beschädigt sein oder wenn die Belichtung nicht zu einhundert Prozent perfekt ist, kann der Prozess einfach noch einmal neu angeschoben werden. Das spart Zeit und macht den Siebdruck bei RATHGEBER schnell und flexibel. Dazu gehört auch, dass etliche Siebdrucker die Anlage selber bedienen können. Derzeit sind das fünf Kollegen. Wenn also irgendwann in der Nachtschicht ein Sieb reißt, wird einfach neu belichtet und die Arbeit geht weiter. Mit einem externen Dienstleister wäre das nicht zu machen.